Makrofotografie

Dies sind meine Empfehlungen für die Makrofotografie
1. Die ISO / Filmempfindlichkeit:
Je höher die ISO desto größer ist die Gefahr, dass ein Bild rauscht. Natürlich kann eine höhere ISO und ein damit verbundenes Bildrauschen kreativ gewollt sein. Bei Makro-Aufnahmen ist ein Rauschen im großen und ganzen nicht erwünscht. Wir wollen kleinste Details sichtbar machen und qualitativ so präsentieren, dass es den Betrachter fesselt.
Also ISO 100 bei statischen Motiven, die sich nicht bewegen (dann ist die Belichtungszeit egal).
Beachte:
Je höher die ISO desto höher das Rauschen. Es ist aber leider manchmal unumgänglich eine höhere ISO zu benutzen.
Bei der Makrofotografie von Insekten kommt es immer wieder zu Bewegungen von dem Insekt selber, aber auch durch leichtem Wind. Hier hilft nur eine kürzere Belichtungszeit oder zusätzliches Licht in Form von Blitzen, Leuchten oder Reflektoren.
Kameraeinstellung Blendenvorwahl:
AV oder A aus dem englischen Aperture (Blende)
Hierbei wird die Blende manuell ausgewählt, und die Kamera wählt automatisch die Zeit.
Dies ermöglicht eine Kontrolle der Tiefenschärfe.
Belichtungseinstellungsart mittenbetont:
Da die meisten Fotografen heute in RAW fotografieren, ist sicher auch jede andere Einstellungsart möglich.
Mit der mittenbetonten Messung ist die Wunschbelichtung aber leichter umzusetzen. Am besten geht dies bei einer manuellen Einstellung ohne Autofocus, also auch mit manueller Schärfeeinstellung.
Blendeneinstellung:
Die Blendeneinstellung im Makrobereich sollte zwischen 8 + 16 liegen.
Hierbei kommt es aber auf verschiedene Faktoren wie z.B dem Motivabstand an.
Ab Blende 13 beginnt bei den meisten Kameras / Objektiven die „Beugungsunschärfe“.
Tiefenschärfe:
Je kleiner die Blende desto größer die Tiefenschärfe.
Je geringer der Abstand zum Motiv ist,  desto kleiner wird die Tiefenschärfe.
Es kann jedoch nicht beliebig abgeblendet werden.
Je nach Kamera/Objektiv beginnt z.B. ab Blende 13 die Beugungsunschärfe.
Vor und nach der Einstellungsebene fängt das Motiv immer an unscharf zu werden.
Hierfür gibt es das so genannte „Focus-Stacking“. Hierbei werden mehrere Fotos von einem Motiv mit verschiedenen Fokuspunkten erstellt. Diese Fotos werden mit einer bestimmten Software zusammengerechnet.
Das Ergebnis ist ein durchgängiges scharfes Foto. An diese Art der Makrofotografie sollte man sich aber erst heranwagen, wenn genügend Erfahrung mit der Makrofotografie gesammelt wurde.
Bei einem Makro-Objektiv z.B. liegt der Schärfebereich bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 bei entsprechender Blende bei nur 1-2 mm.
Das Licht:
Das Licht ist wie überhaupt in der Fotografie, aber besonders auch in der Makro-Fotografie, ein ganz wichtiger Bestandteil.
Mit Licht werden Farben sichtbar und Konturen nachgezeichnet.
Das Wort Fotografie kommt aus dem altgriechischen und bedeutet nicht umsonst „Malen mit Licht“. Erfahrene Makrofotografen nutzen außerdem noch die Spiegelvorauslösung, eine komplett manuelle Kameraeinstellung,  Zwischenringe und einen Makroschlitten.
Bitte darauf achten, dass beim fotografieren mit Stativ die IS-Funktion des Objektivs ausgeschaltet ist.
Sonst kann es aufgrund der Eigendynamik des Objektivs zu Unschärfen kommen.
Es sollte auf jeden Fall ein Stativ und ein Kabelauslöser benutzt werden.

 

Autor: Manfred Funcke