Montgolfiade – 50 Minuten, die Reportage

Über 50 Heißluftballons nahmen an diesem Massenstart auf dem Flughafengelände Paderborn teil. Ich durfte dieses Spektakel fotografisch begleiten und eins vorab, es war gigantisch.
Eine lange Schlange an Fahrzeugen mit den Anhängern der teilnehmenden Balloncrews stauten sich am Eingangstor zum Flughafengelände. Nach den Formalitäten und der Ausweiskontrolle ging es zu den ausgewiesenen Plätzen parallel zur Startbahn.
Das Wetter war ideal, kein Gedanke an einen Abbruch.
Nachdem die letzte Linienmaschine gestartet war, begannen alle mit dem Auspacken der Ballons. Die Ballonhüllen wurden nach Windrichtung ausgerollt und die Körbe mit ihren Brennern vorbereitet.  Immer wieder machte ich Aufnahmen von den farbigen Ballonhüllen, von Brennerdetails und den emsigen Crews. Hier und da heulten schon die ersten Gebläse zum Aufblasen der schlaffen Hüllen während am letzten Wagen noch die Hüllen ausgerollt wurden.
Ich musste schnell fotografieren und mich nicht zu lange an einem Motiv aufhalten.
Mein Gang durch die verschiedenen Crews glich einem Gang durch nie enden wollenden Motive.
Vor und hinter mir lag jetzt eine bunte Fläche an Ballonhüllen, die hier und

da schon ihre aufgeblähten Formen annahmen. Aus der Ferne hörte ich das erste Brüllen eines Brenners, dem immer mehr Brenner zu antworten schienen.
Flammen schossen empor und aus der Menge richtete sich der erste Ballon mit leuchtenden Farben auf. Die Ballons waren gigantisch und ein Blick in die leuchtende Hülle war kein Vergleich zu dem, wie ich die Ballons sonst nur vom Himmel her kannte.
Dann ging es Schlag auf Schlag, immer mehr Hüllen richteten sich auf und zeigten protzend
ihre Werbebotschaften. Die immer größer werdenden Hüllen rissen an den Seilen mit denen sie und die Körbe verbunden waren als könnten sie es nicht mehr erwarten, in den morgendlichen Himmel zu entschwinden. Plötzlich löste sich der erste  Ballon aus der Menge und schwebte mit immer wiederkehrenden Feuerschüben in die Höhe.
Als hätten alle auf dieses Zeichen gewartet, folgten immer mehr Ballons diesem Beispiel.
Dann war der Platz am Boden  leer, die Fahrzeuge hatten das Gelände geräumt und folgten den Ballons.
Das ganze Spektakel dauerte nur 50 Minuten.


Text und Fotos:  Manfred Funcke
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